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NEWS  pro M.U.T.  Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V. Nachrichten

Archiv vom Januar 2011






 








05.01.2011 | 14:44 |

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Dioxinskandal: derzeitiges System erleichtert Betrug zu Lasten von Mensch und Tier

Bonn (ots) - Der Dioxinskandal beunruhigt auch den Deutschen Tierschutzbund. Für den Verband belegt der Skandal erneut: Verbraucherschutz geht nur mit Tierschutz. Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation fordert zudem Konsequenzen. Neben der ... weiter zur Meldung von Deutscher Tierschutzbund e.V.




05.01.2011, TAZ
Der Dioxinskandal in der Futtermittelindustrie

Erst füttern, dann fragen

Liegt der Fehler beim jüngsten Dioxinskandal tatsächlich nur bei einem einzigen Futterhersteller?

Eher doch in einer völlig undurchsichtigen globalen Futterindustrie.



07.01.2011
Dioxin im Hühnerfutter
Mehr als 4700 Agrarbetriebe sind gesperrt

07.01.2011 - Der Skandal um Dioxin-verseuchtes Tierfutter hat Folgen für immer mehr Landwirte. Die Zahl der vorsorglich geschlossenen Agrarbetriebe sei auf 4709 gestiegen, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium unter Berufung auf die zuständigen Landesbehörden mit. Betroffen sind den Angaben zufolge alle Betriebsarten, überwiegend aber Schweinemastbetriebe.

Fast 4500 Betriebe in Niedersachsen geschlossen

Der Großteil der betroffenen Betriebe liege in Niedersachsen, erklärte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dort dürften 4468 Betriebe aus Vorsorgegründen solange keine Produkte mehr ausliefern, bis ihre Unbedenklichkeit erwiesen sei. Nach Niedersachsen waren im November und Dezember von einem Hersteller knapp 2500 Tonnen von insgesamt knapp 3000 Tonnen mit Dioxin verunreinigtem Futterfett geliefert und anschließend zu Mischfutter weiterverarbeitet worden. (Quelle Tagesschau.de)


Mehr Infos hier

Erste Ermittlungsergebnisse

Wie gelangte das Dioxin ins Futter?
Das Futter für Zehntausende Hühner, Puten und Schweine ist mit Dioxin verseucht worden - nun steht die Ursache fest. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein hat nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz Abfall aus der Biodieselproduktion zu Tierfutter verarbeitet. Der Abfall - technische Mischfettsäure - sei ursprünglich gekennzeichnet gewesen, so dass eigentlich hätte klar sein müssen, dass die Ware nur etwa für die Herstellung von Schmiermitteln geeignet gewesen sei, so die Behörde weiter. Insgesamt wurden demnach 527 Tonnen des Futterfetts an Zwischenhändler verkauft, die Höfe unter anderem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg belieferte.    <<weitere Informationen>>
(Quelle www.tageschau.de)

Dioxin-Skandal  -  Das allgegenwärtige Supergift
04.01.2011, aus Süddeutsche.de



07.01.2011, FR Online

Dioxin-Skandal: Großdemo gegen Massentierhaltung

Der Dioxin-Skandal ist nur eins von vielen Symptomen für die Gefahren der Massentierhaltung. Satt hat das ein Bündnis aus Bauern-, Umwelt- und Tierschutzverbänden. Mit einer Großdemo wollen sie gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft protestieren.

Berlin –  

Die Henne, die verstört ins Bild des Werbefilms tippelt, sieht zerrupft aus. Dann pickt sie zaghaft Futter vom Boden, und dieser Tagen dürfte vielen dazu ein ekliges Stichwort einfallen: Dioxin. Seit die krebserregende Substanz wieder einmal in Tausende Tonnen Tierfutter und so in Mastfleisch und Eier geraten ist, ist die deutsche Massentierhaltung erneut im Gerede. Für 80 Bauern-, Umwelt-, Tierschutz- und Entwicklungsverbänden - darunter Attac, BUND, Nabu, Oxfam und Bäuerliche Erzeugergemeinschaften - ein gefundenes Fressen: Sie nutzen den neuerlichen Skandal, um verstärkt für ihre Großdemonstration gegen die Industrialisierung von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu mobilisieren, die ohnehin zum Start der Grünen Woche in Berlin am 22. Januar geplant war. Dafür wirbt auch der Film mit der geschundenen Henne, der mit dem Slogan endet: "Nein zu Gentechnik, Tierfabriken, Dumpingexporten".

"Der erneute Dioxin-Skandal zeigt, dass die Agrarindustrie ihre selbstproduzierten Risiken nicht in den Griff bekommt", erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in seinem Demo-Aufruf. In Deutschland werden demnach bereits 50 Millionen Hühner und 27 Millionen Schweine gehalten, Tendenz steigend. Unter dem Konkurrenzdruck der industriellen Massentierhaltung werden zunehmend industriell hergestellte Futtermittel eingesetzt, während immer weniger Eier- und Fleischproduzenten selbst hergestelltes Futter einsetzen - "obwohl sich auf diese Weise Gefahren entscheidend verringern ließen", so der BUND. Dioxin sei dabei nur die Spitze des Eisbergs - so bekommen die Tiere auch massenhaft genmanipuliertes und zu Dumpingpreisen hergestelltes Futter, was zu Armut und Hunger in der Dritten Welt beitrage.

Dagegen wollen die Aktivisten die Bürger nun auf die Straße bringen. "Das Wachstum der Massentierhaltung und der Futtermittelindustrie vergrößert das Risiko für die Verbraucher. Bei weiter steigenden Rohstoffpreisen begünstigt der Kostendruck zudem Missstände wie die Dioxinpanscherei in Futtermitteln", sagte Jochen Fritz von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Staatliche Kontrollen seien trotz der regelmäßig ... weiterlesen



08.01.2011 proM.U.T. e.V.

Bereits seit 22.12.2010 beschlossen ...
Neuer Regelstandard der Region Hannover für den Brandschutz bei großen Tierhaltungsanlagen


Beschlossen, aber nicht veröffentlicht?

Der offenbar aus dem Dezernat für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover stammende und proM.U.T. e.V. im Wortlaut vorliegenden neue Regelstandard für große Tierhaltungsanlagen in der Region Hannover kann  <<HIER>>  nachgelesen werden.

proM.U.T. e.V. bemüht sich zur Zeit um eine offizielle Stellungnahme der Region.

Aktualisierung:
In einer mail vom vom 10.01.2011 an proM.U.T. hat die Region den obigen Regelstandard zum Brandschutz bestätigt. Eine allgemeine Veröffentlichung scheint allerdings nicht vorgesehen zu sein. 




10.01.2011, Epoche Times

DIOXIN-SKANDAL

Aus der Traum von Sicherheit

Dioxin-Skandal in Deutschland: Bauern haben Millionenverluste - Behörden schieben die Verantwortung auf andere Behörden - Politiker agieren hilflos - Futtermittel so preiswert wie möglich - Verantwortung für die Tiere nur noch im Sinne von Produktivität und Leistungsmerkmalen
Sonja Flesch-Reiß Epoch Times Deutschland

Tierfutter besteht genau wie die menschliche Nahrung aus den drei Komponenten Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Je nachdem, was das Tier leisten soll und wie hoch der Gewinn des Besitzers sein soll, variieren die Inhaltsstoffe. Und wo der zertifizierte Bio-Bauer den größten Anteil des Viehfutters auf dem eigenen Hof anbauen muss und nur herkunftsgesichertes Futter ökologischer Herkunft dazukaufen darf, kauft der muntere Landwirt als konventioneller Agrar-Ökonom einfach das Viehfutter passend zum Bedarf bei den Futterherstellern ein. Wie überall, bestimmt auch hier die Nachfrage den Preis. Futtermittel so preiswert wie möglich, Verantwortung für die Tiere nur noch im Sinne von Produktivität und Leistungsmerkmalen.

Und so ist es auch beim Futterhersteller, der sieht auch zu, wie er seine Gewinne maximieren kann, indem er preiswert einkauft. Dass da mal Dioxin-verseuchte Schmiermittel auf diesem Weg unauffällig entsorgt werden, fällt fast nicht auf. Gift in geringer Dosierung auf diese Weise über die Tiere in die Menschen zu entsorgen, ist makaber, aber nicht unlogisch; schließlich muss der menschliche Körper in jedem Fall am Ende wie Sondermüll behandelt werden, da kommt es auf etwas Dioxin mehr oder weniger nicht mehr an.

Die „garantierten Eigenkontrollen in Selbstverpflichtung" wie das Qualitätssiegel der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft nützen dabei der Sicherheit der Hersteller, unentdeckt zu bleiben, und sind für den Schutz der Verbraucher völlig unzureichend. Auch die Futterfettfirma Harles & Jentzsch trägt dieses Siegel. Und wenn dann doch etwas auffällt, kann hoch gepokert werden, denn Kontrolleure sind in Deutschland selten,fast schon eine aussterbende Art. Sie müssen lange studieren, tragen hohe Verantwortung und sind völlig unterbezahlt. Sicherlich würden viele lieber für die Firmen arbeiten, als diese zu kontrollieren. Die modernen Robin Hoods findet man in dieser Branche eher nicht.

Die Futterfettfirma

Schon im letzten Frühjahr war klar, dass giftiges Fett im Tierfutter landet. Bereits am 19. März 2010 hat ein privates Labor in einer Probe des Fettlieferanten Harles & Jentzsch doppelt so viel Dioxin gemessen wie erlaubt. Dies bestätigte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Kiel nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Eine weitere Probe im Juni, ebenfalls zur Eigenkontrolle des mit dem Qualitätssiegel für Lebensmittelsicherheit ausgezeichneten Betriebs genommen, war fast genauso hoch. Laut „Spiegel" wurden diese Zahlen den Lebensmittelkontrolleuren bei ihrem Besuch im Juli allerdings verschwiegen. Trotz der Hinweise auf den Lieferscheinen, dass die gekauften Fette nicht für Futtermittel geeignet seien, reagierten auch die Kontrolleure nicht. Bei einem neuerlichen Test im Oktober waren die Werte erneut erhöht.

Keinerlei Unrechtsbewusstsein zeigte Geschäftsführer Siegfried Sievert vom Uetersener Futterfettbetrieb Harles & Jentzsch gegenüber dem Westfalen-Blatt: „Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist." Nach eigenen Angaben kaufte die Firma seit Jahren Reste aus der Biodieselherstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie auf und verarbeitete sie für Viehfutter.

Da Harles & Jentzsch auf der eigenen Webseite den oberen Grenzwert für Dioxin korrekt darstellt, kann Unwissenheit nicht die Ursache dieses Vorgehens sein. Trotz Lieferscheinen ist die Herkunft des Dioxins noch ungeklärt. Bisher ging man davon aus, dass die Verseuchung des technischen Fettstoffs bei der Dieselproduktion passierte. Bei ersten Dioxin-Prüfungen durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münster fanden laut Spiegel-Bericht die Prüfer ein spezielles, aber in der Dieselproduktion unbekanntes Muster. Auch deshalb will nun der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Die Grünen) ein Gutachten in Auftrag geben, um die Herkunft des Dioxins in den Fetten endgültig zu klären.

Die Agrarindustrie

Die Mischfutterindustrie steht mit ca. 70 Millionen Tonnen Tierfutterproduktion pro Jahr an der Spitze der deutschen Wirtschaft. Die Landesregierungen haben in den letzten Jahren die Kontrollen zurückgefahren und die Gesetzlichkeiten verwässert, aktuell die Kennzeichnungsverordnung für Tierfutter. Laut Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. seien die Dioxin-Skandale von 1999 und 2006 völlig identisch mit diesem aktuellen Dioxin-Skandal. Dort waren einmal Zitronen- bzw. Orangenschalen die Dioxinquelle gewesen und einmal Abfälle. Auch Klärschlämme werden regelmäßig für Tierfutter verwendet. Und trotz der Erinnerung an BSE ist inzwischen Tiermehl als Futtermittel für Schweine, Geflügel und Fische wieder gesetzlich erlaubt.

„Mit derselben fragwürdigen Energie, mit der die Massentierhaltung betrieben wird, geht die Mischfutterbranche vor - sie scheint sich nicht um Gesetzlichkeiten und Behördenauflagen zu scheren", so Agrarwissenschaftler Dr. Edmund Haferbeck von PETA. „Solange der Gesetzgeber in Bund und Land, die tierärztlichen und agrarwissenschaftlichen Hochschulen, die Bundesforschungsanstalten und die Landwirtschaftsämter darauf ausgerichtet sind, aus der Massentierhaltung immer mehr Profit herauszuholen, so lange werden Schadstoffe im Fleisch gang und gäbe sein. Der mit Milliarden öffentlicher Gelder geförderten Agrarindustrie scheinen alle Mittel recht zu sein, um Profite auf Kosten von Tier und Mensch zu erzielen."

Mindestens 527 Tonnen des von der Futterfettfirma Harles & Jentzsch hergestellten Giftfetts wurden an 25 Futterhersteller geliefert und in verschiedenste Futtertypen eingemischt. Laut Bundesregierung wurden bis zu 150.000 Tonnen Futter für Hühner, Puten und Schweine mit Dioxin verseucht. 

Die Bauern

Für Landwirte ist das die wirtschaftliche Katastrophe. Mehr als 4.700 Betriebe sind vorsorglich von den Landwirtschaftsministerien der Bundesländer anhand der Lieferlisten der Futtermittelhersteller gesperrt, bis der Nachweis für die Unbedenklichkeit - für den die Bauern selbst verantwortlich sind - erbracht ist. In Nordrhein-Westfalen werden amtliche Proben genommen, die Kosten trägt die öffentliche Hand. Falls Tiere getötet werden müssen, erhält der Betrieb einen Ausgleich. In Niedersachsen dagegen müssen die betroffenen Bauern selbst ein zugelassenes Labor für entsprechende Proben und Probeschlachtungen beauftragen, es gibt keine finanzielle Entschädigung. Grund dafür ist, dass nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums Engpässe bestehen bei Veterinärämtern und Kontrolleuren.

Also sind vorübergehend auch Betriebe benachteiligt, die kein verseuchtes Billigfutter verwendet haben. Immerhin konnten inzwischen die Milchbetriebe wieder freigegeben werden. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner beziffert den Schaden für die Landwirte auf 40 bis 60 Millionen Euro pro Woche und forderte die Einrichtung eines Entschädigungsfonds. Gert Hahne vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium empfiehlt laut „Focus" den Landwirten, sich mit Regressforderungen an den Futtermittelhersteller zu wenden. Vom Staat haben auch die betroffenen Bauern nichts zu erwarten, da es in ihrer Entscheidung liegt, ob sie die Tiere töten lassen oder abwarten, bis sich das Gift im Tier wieder abbaut.

Da die Schlachtreife in Mastbetrieben nicht ohne Verluste überschritten werden kann und in Legehennen ebenfalls überhöhte Dioxin-Werte gefunden wurden, werden viele Betriebe ihre Tiere töten müssen. Diese werden dann wie die Eier gekocht, pulverisiert und verbrannt. Hoffentlich verbrannt - und nicht wieder zu Tierfutter verarbeitet - Creutzfeld-Jacob lässt grüßen.

Die Politik

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ist genau wie der Vorsitzende des EU-Parlamentsausschusses für Umwelt, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit Jo Leinen (SPD), der Meinung, dass unsere umfangreiche Lebensmittelgesetzgebung mit geregelten Qualitätsstandards ausreichend ist und nun die Justiz hart durchgreifen muss. Leinen sagt dazu der „Süddeutschen", dass es ein Defizit bei den Kontrollen gäbe. „Die Sparpolitik hat da negative Auswirkungen auf den Schutz der Verbraucher. Es ist zu vermuten, dass es ähnliche Schwachstellen auch in anderen EU-Ländern gibt."

Zu Recht weist Christiane Groß von „foodwatch" darauf hin, dass in Deutschland nur Einzelpersonen strafrechtlich belangt werden können, keine Unternehmen. Es gibt kein Unternehmensstrafrecht wie in Frankreich, wo sich Bußgelder am Umsatz eines Unternehmens orientieren müssen. Die abschreckende Wirkung bleibt aus, wenn die Bußgelder aus der Portokasse beglichen werden können.

Die Verbraucher

Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, hat ein Arzt aus Havixbeck bei Münster den Hersteller des verseuchten Futtermittels, Harles & Jentzsch, mit dem Vorwurf auf schwere Körperverletzung und versuchten Mordes aus Habgier angezeigt. Auch die Verbraucherschützer laufen Sturm und werfen der Regierung Verharmlosung, Untätigkeit und mangelnden politischen Willen vor. Die Verbraucher reagieren indes gelassen und greifen lieber bei Bio-Produkten zu.

Die Trittbrettfahrer

Hilfreich für Eier-Fans oder eher als bitterer Werbegag kommt nun ein hochgelobtes Zusatzprogramm - ein App - für die neue Handygeneration der iPhones daher. Der stolze Besitzer gibt im Supermarkt, oder wo auch immer er Eier zu kaufen gedenkt, den Erzeuger-Code ins Handy ein und dieses verrät ihm auf Anhieb, ob das Ei einen der als Verbraucherwarnung veröffentlichten Codes trägt für den Rückruf. Hört sich fortschrittlich an, aber was machen solche Eier überhaupt noch im Verkauf? Wieso muss sich der Verbraucher schützen und so ein App kaufen? Haben wir nicht das Verursacherprinzip? Armes behördenregiertes Deutschland, wo ist der gesunde Menschenverstand und ein Mindestmaß an Anstand geblieben?

Die Lösung

Fast regelmäßig treffen Lebensmittelskandale völlig unvorbereitete und scheinbar ahnungslos Behörden, die Verbraucherschützer schreien auf: „Seht, das haben wir euch vorhergesagt!" Die Politiker fordern hektisch mehr Kontrollen und härtere Strafen. Und was dann? Hinterher werden mit weiteren Sparmaßnahmen wiederum Kontrolleure eingespart und die wirtschaftlichen Interessen gefördert.

Selbstverpflichtung und Eigenkontrollen sind langfristig gesehen eine gute Lösung, um unsere Gesellschaft zu mehr Verantwortung und Vertrauen zu führen. Dafür braucht es anfänglich ein Gerüst von Transparenz und klaren Strafen, damit gegen diese dann nicht mehr nur mit wirtschaftlich vernünftigen, weil sparsamen Vorgaben gehandelt wird. Rückholaktionen auf Knopfdruck müssen möglich werden, die Technik dafür ist längst vorhanden. Jeder Hersteller muss die Inhaltsstoffe seiner Produkte prüfen lassen oder geprüfte Produkte verwenden inklusive Herkunftsnachweis. Solche Informationen wären es auch wert, zentral gespeichert zu werden und für Verbraucher abrufbar zu sein. Warum sollen immer nur Verbraucherdaten für Hersteller interessant sein? Hier ist die Möglichkeit für gegenseitige Transparenz und ein Miteinander, das Vertrauen wieder herstellen kann. Kriminelle Machenschaften können dadurch zwar nicht ausgeschlossen werden, aber es ist dann einfacher, sie durch Öffentlichkeit zu ahnden und eine wahre Selbstkontrolle des Anstands einzuführen. 




10.01.2011, Top Agrar

Bauboom neuer Geflügelställe bleibt bisher aus

Erst die Proteste gegen neue Geflügelställe, dann die Diskussionen um Massentierhaltung und jetzt der Dioxinskandal. Vielen Geflügelhaltern dürfte die Lust an Betriebserweiterungen in Niedersachsen vergangen sein. Der mit dem Wietzer Großschlachthof erwartete Bauboom bei Hähnchenställen ist jedenfalls bislang ausgeblieben, schreibt die Hannoversche Allgemeine heute und wendet den Blick auf die Emsländer Geflügelfirma Franz-Josef Rothkötter, deren Pläne damit durchkreuzt werden.

Das Unternehmen suche weiter nach Vertragspartnern, heißt es. Vor gut einem Jahr sei von bis zu 400 Mastställen im Umkreis von 100 Kilometern die Rede gewesen, doch danach sieht es nun nicht mehr aus. „Wir werden hier kein Mekka der Geflügelzucht“, sagt der Celler Kreislandwirt Jürgen Mente. Nur fünf Landwirte im Landkreis hätten sich für den Bau von Hähnchenställen entschieden. Laut der örtlichen Presse habe daher schon ein Großinvestor versucht, Stallflächen einzuwerben. „Wir nehmen in diesem Jahr den Betrieb im Schlachthof auf“, sagt Rothkötter. Doch die Erweiterung auf einen Dreischicht-Betrieb mit mehreren Schlachtlinien scheint in weite Ferne gerückt.

Kreislandwirt Mente nennt vor allen den gewachsenen Widerstand in der Bevölkerung, der viele Bauern abschreckt. Überall wo Stallbaupläne bekannt würden, entstehe eine Bürgerinitiative. Zunehmend gebe es auch Brandstiftung.




11.01.2011, Epoche Times

DIOXIN UND TIERQUÄLEREI

300 Professoren gegen Massentierhaltung

„In der Massenhaltung wird mit Tieren auf eine Weise umgegangen, die uns als Gesellschaft beschämen muss“, heißt es in einem gemeinsamen Appell von über 300 Professorinnen und Professoren sowie weiteren Wissenschaftlern. In ihrem Appell fordern sie von der Europäischer Union und von Bund und Ländern ein Ende der Tierquälerei und den Umstieg auf eine sozial-ökologische Landwirtschaft. Die Professoren empfehlen eine Neuausrichtung von Agrarsubventionen nach Tier- und Umweltschutzstandards, den Stopp von Exportsubventionen und eine Haltungskennzeichnung für Fleisch, ähnlich wie sie bereits für Eier gilt. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören so renommierte Professoren wie der Literaturwissenschaftler Dieter Borchmeyer, der Theologe Eugen Drewermann, der Umweltethiker Konrad Ott, der Mediziner Wolfram Sterry und der Philosoph Dieter Henrich.

Auf einer Pressekonferenz am 11. Januar in Berlin äußerten verschiedene Professoren ihre Gründe zu ihrem Appell. Professor Herbert Zucchi, Professor für Zoologie/Ökologie in Osnabrück sagte: „Es gibt vielerlei Gründe, warum ich die Massentierhaltung ablehne. Der wichtigste Grund ist für mich, dass die Tiere völlig unartgemäß gehalten werden und eher dahinvegetieren. Die Verhaltensforschung hat so viele Kenntnisse über unsere als Nutztiere gehaltenen Tierarten gewonnen, dass man sicher mit Fug und Recht von nicht-artgemäßer Haltung sprechen kann. Dazu kommen aus meiner Sicht ethische Gründe: Im Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung zeigt sich der hohe Verrottungsgrad dieser Gesellschaft besonders deutlich. Ein dritter Komplex ist für mich schlicht und einfach, dass ich gesunde Nahrung essen möchte, und der derzeitige ‘Dioxin-Skandal’ zeigt einmal mehr, dass industrielle Massentierhaltung anfällig gegen kriminelle Futter- und Fütterungspraktiken ist. Schließlich ist es nun mal so, dass wir in Mitteleuropa mit unserem hohen Fleischverbrauch aus der Massentierhaltung z.B. den Regenwald mit auffressen, weil dort Futterplantagen (Soja) für die bei uns gehaltenen Tiere entstehen.“ 

Professor Dieter Birnbacher, Philosophie-Professor und Ethiker an der Universität Düsseldorf sagte: „Nachdem der Tierschutz als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen worden ist, muss die Politik die Konsequenzen ziehen. Dazu gehören ein Verbot der tierquälerischen Formen der Tierhaltung und Tierschlachtung und eine strengere Kontrolle der Einhaltung ethischer Standards. Den Konsumenten ist nicht vorzuwerfen, dass sie sich in erster Linie am in Deutschland eklatant niedrigen Preis von Fleisch und anderen tierischen Produkten orientieren. Gefordert ist die deutsche und europäische Landwirtschaftspolitik.“

Professor Claus Leitzmann, Ernährungswissenschaftler an der Universität Gießen erklärte: „Wie in anderen Konsumbereichen erwarten wir bei der Herstellung unserer Lebensmittel Klasse statt Masse sowie Nachhaltigkeit statt Gewinnmaximierung. Deshalb sollte unter anderem die Massentierhaltung schrittweise abgebaut und die ökologische Landwirtschaft gezielt gefördert werden. Nachhaltigkeit ist entscheidend für unser Wohlbefinden sowie für das unserer Mitwelt, Umwelt und Nachwelt.“

Kein Randthema von Tierschützern und Veganern

Laut Friederike Schmitz, Mitinitiatorin der Aktion und wissenschaftliche Mitarbeiterin am philosophischen Seminar der Universität Heidelberg, soll der Appell demonstrieren, „dass es sich bei der Debatte um Massentierhaltung längst nicht mehr nur um ein Randthema von Tierschützerinnen und Veganern handelt.“ Immer mehr Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft würden sich nicht länger mit den Zuständen in der industriellen Tierhaltung abfinden wollen.

Neben den Professoren haben auf der Internetseite www.gegen-massentierhaltung.de bis heute weitere über 8.700 Unterstützer den Appell unterzeichnet. Die Initiatoren sind optimistisch, dass es noch mehr werden.

Zusätzlich ist für Samstag, den 22. Januar 2011, wenn sich Landwirtschaftsminister aus aller Welt und internationale Agrarkonzerne auf der Messe „Grüne Woche“ in Berlin treffen, um 12 Uhr am Hauptbahnhof Berlin eine Demonstration gegen Massentierhaltung geplant. Das Motto: „Wir haben es satt!“ ( www.wir-haben-es-satt.de ). „Wir wollen die gesammelten Unterschriften möglichst bald nach der Demonstration an Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner übergeben“, sagt Schmitz.

Billige Tierproduktion kommt uns teuer zu stehen

Professor Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Initiative: „Ausgerechnet Stallformen mit den schlechtesten Noten im Tier- und Umweltschutz wie beispielsweise die Mast auf Betonböden ohne frisches Stroh und ohne Auslauf sind in der Praxis der Fleischerzeugung am weitesten verbreitet. Die Bundesregierung muss endlich die besten Stallformen zur Norm erklären.“

Ein weiterer Unterstützer der Aktion ist Professor Sievert Lorenzen, Zoologe in Kiel und Vorsitzender von PROVIEH e.V. Er sagt: „Zu einer tiergerechten Nutztierhaltung gehört auch eine artgemäße Fütterung. Der aktuelle Dioxin-Skandal zeigt, wie teuer uns ‘billige’ Tierprodukte zu stehen kommen: Es ist damit zu rechnen, dass wegen der Dioxinbelastung im Futter tausende Tiere sinnlos vernichtet werden. Das ist ebenso erschütternd wie qualvolle Haltungsbedingungen oder Gefahren durch gegen Antibiotika resistente Krankheitserreger. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken in der Agrarpolitik.“ (red) 





Pattensen Bürgerinitiative soll richtiger Verein werden

Die Bürgerinitiative (BI) Pattensen, bisher ein loser Zusammenschluss, soll ein amtlich eingetragener Verein werden. Das teilte Friedrich Weber am vergangenen Dienstag mit.

In der BI haben sich fast 60 Pattenser zusammengefunden, die den Bau einer Putenmastanlage in Pattensen-Mitte ablehnen. Sie haben unter anderem Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und eine Podiumsdiskussion zum Thema Massentierhaltung veranstaltet. Außerdem ist die BI Mitglied der Calenberger Initiativen, einem regionalen Netzwerk gegen Massentierhaltung.

Eine große Veranstaltung wie die Podiumsdiskussion kostet Geld, sagt Weber. Durch die Gründung eines Vereins könnten für Spenden auch Spendenquittungen ausgestellt werden.

Mit Sorge und Empörung hätten die Mitglieder den Skandal um Dioxin im Tierfutter verfolgt, sagt Weber. Dass so etwas möglich sei, bestätige die BI-Mitglieder und Unterstützer in ihrer Skepsis gegenüber der Massentierhaltung. Er beobachte, dass viele Menschen sehr sensibilisiert seien für die Belange des Tierschutzes und dem Wunsch nach gesunder Nahrung. Selbst die großen Discounter hätten Bioprodukte im Angebot. „Und zwar nicht mehr nur Nudeln, sondern auch Rindfleisch.“ Am Sonnabend, 22. Januar, fahren BI-Mitglieder zur Grünen Woche nach Berlin, um dort gegen Gentechnik und Tierfabriken zu demonstrieren.

Der Pattenser Landwirt, der zwei Putenmastställe plant, hat nach Auskunft eines Regionssprechers noch keinen Bauantrag gestellt. Er sei über die verschärften Brandschutzauflagen der Region informiert worden und stelle derzeit die für den Antrag nötigen Unterlagen zusammen.

Der Verein wird beim Stammtisch der BI am Freitag, 21. Januar, 19 Uhr, in der Gaststätte Calenberger Hof an der Göttinger Straße 26 gegründet.

[Kim Gallop]



12.01.2011

AbL: Tierärztliche Hochschule Hannover verteidigt Massentierhaltung

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die niedersächsische Landesregierung auf, im Rahmen ihrer angekündigten „Tierschutz-Offensive“ auch eine Neuorientierung der bisher extrem agrarindustrie-lastigen Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover hin zur überfälligen Unterstützung artgerechter Tierhaltungsformen durchzusetzen. Wissenschaftler und Institutionen der TiHo hätten in der Vergangenheit bereits eine unrühmliche Rolle bei der Beschönigung der Käfighaltung von Legehennen und der Qualhaltung von Masthühnern gespielt. Überdies sei der Stiftungsrat der Hochschule eng verknüpft mit Befürwortern der Agrarindustrie und Vertretern der Schlachtkonzerne.

Als unerträglich kritisierte der AbL-Agrarindustrieexperte Eckehard Niemann in diesem Zusammenhang die erneute Schönfärberei der Massentierhaltung durch den TiHo-Präsidenten Gerhard Greif in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Darin habe dieser den sich ausweitenden Dioxinskandal als „Episode, durch die wohl keiner akut zu Schaden gekommen ist“ kleingeredet und davor gewarnt, die Futtermittelbetriebe „nicht durch zu viel Kontrolle zu erdrücken“. Zudem hatte Greif behauptet, die großen Tierfabriken arbeiteten im Gegensatz zu kleineren Betrieben „sehr kontrolliert und professionalisiert“.

Die AbL kritisierte auch Professor Jörg Hartung, den Leiter des Tierhygiene-Instituts der TiHO, wegen seiner Behauptung, die „heutige Form der Tierhaltung“ liefere kostengünstige, umweltverträgliche und mit dem Tierschutz zu vereinbarende Produkte“. „Wer so etwas angesichts der gängigen Qualhaltung von 22 Masthühnern je Quadratmetern auf ihrem Kot und der Eng-Haltung von Schweinen auf Spaltenböden ohne Stroh und ohne Auslauf behauptet“, so Eckehard Niemann, „der verhindert die Verbesserung dieser Haltungsbedingungen.“ Hartung, der kürzlich in einem Gutachten die Haltungsbedingungen in der Hühnermast und die damit systematisch verbundenen Fußballen-Entzündungen beschrieben hatte, weiche mit diesem „Kotau“ offensichtlich vor dem massiven Druck der Geflügelindustrie zurück.

Die AbL und das bundesweite „Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, so Niemann, setzten sich ein für ein Bauverbot von Stallanlagen oberhalb der Grenzen des Bundesimmissionsschutz-Gesetzes mit 1500 Schweinemastplätzen oder 30.000 Masthühnern. Diese gefährdeten die Gesundheit der Anwohner, die Umwelt und die Existenz mittelständischer Tierhalter und seien zudem nicht rückbaubar auf eine bäuerliche Haltung mit eigener Futtergrundlage, mit Stroh und Auslauf für die Tiere. AbL-Sprecher Niemann forderte die Spitzenfunktionäre der Tierärztlichen Hochschule auf, sich ein Beispiel zu nehmen an dem Verantwortungsbewusstsein von jeweils 300 deutschen und niederländischen Professoren und Wissenschaftlern, die in einer Resolution die Forderung nach einem raschen Ausstieg aus der Massentierhaltung erhoben haben.



12.01.2011,  www.Finanznachrichten.de  

Tiere wegen Dioxin zu töten ist strafbar - VIER PFOTEN wird Verantwortliche anzeigen!

Hamburg (ots) - Massentötungen von Schweinen, Hühnern und Puten, die derzeit durch die Medien gehen, bezeichnet die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN als strafbar nach dem Tierschutzgesetz. Laut §17 Tierschutzgesetz darf kein Wirbeltier in Deutschland ohne vernünftigen Grund getötet werden. Dieser "vernünftige Grund" ist schon bei Seuchen fraglich, bei nicht ansteckenden Krankheiten und gar bei Nicht-Krankheiten gibt es aber wirklich gar keine Ausrede mehr. Sonst müssten beispielsweise auch alle Wildschweine, Igel, ja sogar Hunde, Katzen, etc. die mit Dioxin, Blei, Cäsium, etc. belastet sind, getötet werden. VIER PFOTEN warnt alle für solche Tötungen Verantwortlichen eindringlich davor, kündigt Anzeigen an und prüft auch weitere rechtliche Schritte. Die Kosten dürfen hier nicht als Ausrede verwendet werden, da diese ohnehin der Verursacher zu tragen hat.

"Massenvernichtungsaktionen dieser Art sind immer mit extremem Tierleid verbunden - noch schlimmer als ohnehin schon im Schlachthof, da auf einzelne Tiere keine Rücksicht genommen wird", so Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Die Betriebe haben außerdem meist nicht die Vorraussetzungen für eine gesetzeskonforme, schonende Tötung der Tiere."

VIER PFOTEN schließt sich hier der Rechtsmeinung des Vorsitzenden der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, Thomas Blaha, an, der sich kürzlich gegen Massentötungen von Hühnern oder Schweinen ausgesprochen hatte, die dioxinbelastetes Futter gefressen haben: "Es gibt zwar Situationen, bei denen Tötungen zum Schutz des Gemeinwohls notwendig sind, beispielsweise Seuchen. Das trifft für Dioxinbelastungen wie im vorliegenden Fall aber nicht zu." ( http://www.presseportal.de/go2/kein-toetungsargument )

"Der Wahnsinn der Industrialisierung der Landwirtschaft übersteigt Grenzen, die in keiner Weise mehr akzeptabel sind. Die Verantwortlichen haben aus reiner Profitgier gehandelt und mit der Gesundheit zahlreicher Verbraucher gespielt. Sie tragen die Verantwortung für unendliches Tierleid und müssen hart zur Rechenschaft gezogen werden", so Stadler. Darüber hinaus fordert VIER PFOTEN eine 180-Grad-Wende in der Agrarpolitik. "Skandale wie diese sind nur die Spitze des Eisbergs einer vollkommen industrialisierten Landwirtschaft, bei der kein verlässlicher Tier- und Verbraucherschutz mehr möglich ist. Schärfere Kontrollen und eine gezielte Förderung kleiner und mittelgroßer, regional wirtschaftender Freilandbetriebe mit geschlossenen Kreisläufen müssen vorangetrieben werden", so Stadler abschließend.

Bis auf weiteres empfiehlt VIER PFOTEN, potentiell gefährliche Nahrungsmittel wie Eier, Geflügel- und Schweinefleisch zu meiden.

Originaltext: Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/17477 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_17477.rss2

Presserückfragen an VIER PFOTEN: Daniela Giesen Tel.: 040 - 399 249 44 Email: daniela.giesen@vier-pfoten.org

© 2011 news aktuell


12.01.2011, Deutschland Radio Kultur

"Ein ganz trauriges Armutszeugnis für die Menschheit"

Ernährungswissenschaftler fordert Ende der Massentierhaltung und Subventionierung der Bio-Landwirtschaft

Der Ernährungswissenschaftler und emeritierte Professor der Universität Gießen, Claus Leitzmann, hat die Massentierhaltung in Deutschland und in der EU kritisiert und die Umlenkung der gewaltigen EU-Agrarsubventionen in die Biobranche gefordert.

"Insgesamt ist das ein ganz trauriges Armutszeugnis für die Menschheit", sagte Leitzmann zu der Art und Weise, wie derzeit in Deutschland und Europa Lebensmittel produziert werden. Gemeinsam mit 300 anderen Professoren hat er daher einen Appell gegen die Massentierhaltung unterzeichnet.

Besonders klagte Leitzmann die konventionelle Landwirtschaft an. Auch Bio-Bauern hätten 500, 1000 oder 2000 Tiere - "die kann man immer noch artgerecht halten", so Leitzmann. "Aber was wir heute erleben mit 20.000. 40.000 oder 50.000 Tieren in einem Gehege, das kann nicht gut gehen."

Die Tiere würden unter Bedingungen gezüchtet, "die uns als Menschen, wenn wir etwas ethischen Verstand haben, einfach zuwider sein müssen", sagte der Ernährungswissenschaftler. Gleichzeitig würden solche Massenbetriebe aber etwa 80 Prozent der EU-Subventionen erhalten - was wiederum fast 50 Prozent des gesamtes EU-Etats ausmache.

Leitzmann appelliert an die die Politik, diese Gelder vernünftiger einzusetzen und in eine "sozial-ökologische Landwirtschaft" fließen zu lassen.

Er betonte dabei, dass es sehr wohl möglich sei, ein 80-Millionen-Volk mit einer ökologischen Lebensmittelproduktion zu ernähren, wenngleich dann "deutlich weniger Fleisch" gegessen werden dürfe. "Es geht dann nicht, dass jeder Mensch drei Mal am Tag Fleisch isst" - morgens Schinken, mittags das Kotelett und abends wieder Wurst. Das sei aber nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern für bewegungsarme Menschen auch gesünder.

Schrittweise solle die Politik diese Entwicklung unterstützen. So habe man in Skandinavien bereits "gesunderhaltende, schonende Lebensmittel im Preis reduziert und andere dafür mit zusätzlichen Steuern belegt. Und siehe da, die Leute können über das Portemonnaie zu einer besseren, vernünftigeren Ernährung befähigt werden", sagte der Wissenschaftler.


Das vollständige Gespräch mit Claus Leitzmann können Sie bis zum 12.6.2011 als
MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.



Reform der Europäischen Agrarpolitik eröffnet Chancen die Biodiversitätsziele zu erreichen
Franz August Emde
 
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bundesamt für Naturschutz
12.01.2011 12:51
Berlin/Bonn, 12.01.2011: In der Agrarlandschaft ist der Erhalt der biologischen Vielfalt in der Fläche nur zusammen mit den Bewirtschaftern zu erreichen. Dies ist die Prämisse des Workshops "Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft – Erfahrungen und Weiterent-wicklung", zu dem das Bundesamt für Naturschutz (BfN) heute nach Berlin eingeladen hat. Im Mittelpunkt stehen der Erfahrungsaustausch zu integrativen Nutzungskonzepten und Förderin-strumenten, wie sie in der Schweiz, Österreich und Deutschland erfolgreich zum Schutz der Biodiversität in der Agrarlandschaft angewandt werden, sowie die Frage, wie diese Erfahrungen in die Weiterentwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU nach 2013 einfließen können. „Beim Thema biologische Vielfalt und Landwirtschaft stehen wir am Beginn eines richtungweisen-den Jahres. Wir müssen dazu beitragen, dass der Landwirtschaft praxistaugliche Optionen für eine von der Gesellschaft anerkannte natur- und klimaverträglichere Agrar-Produktion eröffnet werden“ sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in ihrer Begrüßung. Gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft, Fachbehörden und Verbänden diskutiert das BfN über solche Optionen

Handlungsbedarf besteht bei der Ausgestaltung der europäischen Agrarpolitik mit ihrem starken Einfluss auf die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsweisen in Europa. „Nur wenn es gelingt, Natur- und Umweltleistungen der Landwirtschaft künftig angemessen und zielgerichteter zu honorieren, können in der Agrarlandschaft neben der landwirtschaftlichen Produktion auch die biologische Vielfalt sowie andere gesellschaftliche Wohlfahrtsfunktionen langfristig gesichert werden“, so Jessel. Die aktuell intensiv diskutierte Reform der GAP muss hierzu wichtige Weichen hin zu einer naturverträglicheren Landwirtschaft in Europa stellen und wird somit entscheidend dazu beitragen, die Biodiversitäts- und Umweltziele der EU zu erfüllen. Die EU-Kommission hat mit ihrer Mitteilung im November 2010 einige begrüßenswerte Schritte in die richtige Richtung vorgeschlagen. Wesentlich sei dabei zum einen, Mindeststandards für eine nachhaltige und naturverträgliche Bewirtschaftung in der Fläche und damit gerade auch in Intensivgebieten zu verankern und gleichzeitig eine zielgerichtete auskömmliche Honorierung bestimmter von der Landwirtschaft erbrachter ökologischer Leistungen zu gewährleisten.

Denn die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft gehen heute über ihre Rolle als Lebensmittelproduzent deutlich hinaus. „Von der Landwirtschaft wird auch erwartet, dass sie einen Beitrag zum Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft leistet, das Klima schützt und die Gewässer rein hält“ erklärt die BfN-Präsidentin. Doch der Rückgang der biologischen Vielfalt, ganz besonders in der Agrarlandschaft, setzt sich momentan kontinuierlich und in bedenklichem Ausmaß fort. Die intensive Nutzung sowie nach wie vor zu hohe Stoffeinträge in Ökosysteme sind hierfür im besonderen Maße verantwortlich. Eine wachsende Herausforderung stellt dabei auch die zusätzliche Nachfrage nach Biomasse zur Energieerzeugung dar. Sie beansprucht nicht nur in Deutschland immer mehr Nutzfläche und verschärft damit die Flächenkonkurrenz.

Hintergrund
Gerade die letzte Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über biologische Vielfalt (CBD) in Japan im Oktober 2010 hat die Bedeutung von Anreizmaßnahmen und Subventionen für den Natur- und Ressourcenschutz stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die Völkergemeinschaft einigte sich in einem sog. Strategischen Plan u.a. darauf, diese bis 2020 so umzustrukturieren, dass die positiven Anreize für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt weiter entwickelt bzw. schädliche Subventionen so eliminiert oder reformiert werden, dass negative Folgen minimiert werden.

Unter http://www.ecologic-events.eu/Agrarpolitik2013/index.htm finden Sie nähere Informationen zum Workshop. Hier können demnächst auch die Ergebnisse des Workshops heruntergeladen werden.


14.01.2011, NDR Info
Der Dioxin-Skandal im Rückblick
Der Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter verunsichert die Verbraucher. NDR.de zeigt, wie sich die Lage in Norddeutschland entwickelt hat.

23.12.2010: Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover erfährt von der Selbstanzeige eines Betriebes aus Dinklage (Kreis Vechta), der bei Eigenkontrollen in Legehennen-Futtermitteln deutlich erhöhte Dioxinwerte festgestellt hatte. Es liegt eine Liste der mit diesen Futtermitteln belieferten Betriebe vor. Diese dürfen vorerst keine Eier mehr auf den Markt bringen.

27.12.: Beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg gehen 34 Proben aus den betroffenen Legehennen-Betrieben ein.

28.12.: Es wird bekannt, dass das verseuchte Tierfutter von einem Betrieb aus Schleswig-Holstein stammt: dem Futtermittel-Hersteller Harles und Jentzsch in Uetersen (Kreis Pinneberg). Die Firma soll am 11. Nov <<weiterlesen>>



15.01.2011, Frankfurter Rundschau

Karin Duve "Anständig essen"

Nie wieder Fleisch aus Masttierhaltung

Mit der Kluft zwischen moralischen Ansprüchen und Handeln beschäftigt sich das Buch „Anständig essen“ von Karen Duve. Die Konsequenz aus ihrem Selbstversuch: nie wieder Fleisch aus Massentierhaltung. Höchstens zehn Prozent dessen, was sie früher an Fleisch, Fisch und Milch verzehrt hat. Kein Leder, keine Daunen.

Ein Ausflug mit zwei Freunden im Sommer, wir spazieren durch die schöne Gegend und sprechen über Jonathan Safran Foers „Tiere essen“, das wir gerade alle lesen. Beide geben sich ehrlich erschüttert und geloben, ebenfalls kein Fleisch mehr essen zu wollen. Beziehungsweise: sehr viel weniger, schränken sie nach kurzem Zögern ein. Nur noch das von Tieren, die ordentlich gehalten wurden. Eine Stunde später bestellen beide im Wirtshaus Schweinsbraten (8,90 Euro), die vegetarische Alternative, Kässpatzen, schien wenig attraktiv.

Ist das nun verlogen? Scheinheilig? Inkonsequent? Dieses Verhalten entspricht dem der meisten Menschen, die gut sein wollen, im Alltag aber daran scheitern. Die wissen, dass die Meere sterben, aber trotzdem Lachs-Sushi den Gurkenröllchen vorziehen. Und die ihrem Haustier jeden Wunsch von den Knopfaugen ablesen, ihre Herzen aber vor dem Leid der Tiere, die zu Schnitzel verarbeitet werden, verschließen.

Qualfleisch und blöde Ausreden

Mit der Kluft zwischen moralischen Ansprüchen und tatsächlichem Handeln beschäftigt sich das Buch „Anständig essen“ von Karen Duve („Taxi“). In einem mehrmonatigen Selbstversuch will die Schriftstellerin die Kluft überwinden. Ihr Entschluss, ein besserer Mensch zu werden, fällt im Supermarkt, als die Autorin, die bislang ein ebenso gedankenloses Essverhalten an den Tag gelegt hat, wie die meisten Deutschen, eine Packung Hähnchenschenkel (2,99 Euro) in den Wagen legt. „Wie kannst du dieses Qualfleisch kaufen?“, brüllt ihre Mitbewohnerin, die Duve fortan nach dem Gewissen von Pinocchio Jiminy Grille nennt. Unter der Beobachtung von Jiminy ernährt sich Duve je zwei Monate biologisch, vegetarisch, vegan und frutarisch.

Die Bio-Phase erlaubt immerhin zu essen wie immer („Wurstbrot muss ein ungeheuer beliebtes Nahrungsmittel sein, so wie der Aufschnittesser von der Bio-Branche umgarnt wird.“). Und so gelangt Duve zur Erkenntnis, dass dies nur dem besseren Gefühl diene. Aber nicht den Tieren, die auch auf Bio-Höfen oft quälend gehalten werden, weil die Sorge um Tiere innerhalb einer wachstumsorientierten Struktur als erstes Profitinteressen geopfert wird.

„Wieso hat es eigentlich nicht genügt, dass ich von den Zuständen in den industriellen Mastbetrieben wusste? <<weiterlesen>>




BUND
 
"An der Agrarindustrie sind schon einige gescheitert"

14.01.2011,  Süddeutsche

Interview: Silvia Liebrich

BUND-Chef Weiger über Landwirte als Opfer und Täter in Personalunion und warum der nächste Lebensmittelskandal so sicher ist wie das Amen in der Kirche.

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), ist Mitinitiator der Initiative "Wir haben es satt!". Hier haben sich mehr als 300 Wissenschaftler, 120 Nichtregierungsorganisationen und Landwirte zusammengeschlossen. Die Gruppe hat für den 22. Januar zu einer Großdemonstration am Rande des EU-Agrarministertreffens in Berlin aufgerufen. An diesem Tag treffen sich Spitzenpolitiker, um die bevorstehende Agrarreform in der EU vorzubereiten.

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14.01.2011, Wissenschaft aktuell

Genetisch veränderte Hühner können Ausbreitung von Vogelgrippe verhindern

Von Joachim Czichos
Ausgestattet mit einem zusätzlichen Gen, scheiden grippeinfizierte Hühner keine Viren mehr aus
Cambridge/Edinburgh (Großbritannien) - Ein Ausbruch von Vogelgrippe in einer Hühnerfarm richtet nicht nur großen wirtschaftlichen Schaden an. Die Viren der infizierten Tiere können unter Umständen auch für Menschen infektiös werden. Jetzt haben britische Forscher genetisch veränderte Hühner erzeugt, die bei einer Infektion keine Viren mehr auf andere Hühner übertragen können. Das verhindert eine Ausbreitung und verringert das Gesundheitsrisiko für Menschen. Durch ähnliche gentechnische Maßnahmen ließe sich auch das Ansteckungsrisiko bei grippeinfizierten Schweinen senken, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Science". "Hühner sind mögliche Wirte, über die neue Grippevirusstämme auf den Menschen übertragen werden könnten. Die Übertragung der Viren bei den Hühnern zu verhindern, würde dieses Infektionsrisiko senken", sagt Laurence Tiley von der University of Cambridge. "Unsere genetische Veränderung ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg, Hühner zu entwickeln, die völlig resistent gegen Vogelgrippe sind", so Tiley. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der University of Edinburgh hatte sein Forscherteam ein Gen in das Erbgut von Hühnern eingeschleust, das  <<weiterlesen>>



15.01.2011 Hintergründe zu den Dioxin-Funden

Das Gift in der Nahrungskette

Nach den Dioxin-Funden in Tierfutter stellen sich jede Mengen Fragen: Welche Lebensmittel können betroffen sein? Wie groß ist die Gesundheitsgefahr? Und wie kann es passieren, dass Fette, die für die Industrie gedacht waren, auf Bauernhöfe gelangen? tagesschau.de hat Hintergründe zum aktuellen Dioxin-Skandal in einem Dossier zusammengestellt.




17.01.2011 Frankfurter Rundschau

Interview mit Franz Fischler
Eine deutsche Fehlentwicklung

Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler von der ÖVP ist der Erfinder des europäischen Agrarmodels. 

Er spricht über Intensivlandwirtschaft, zu viel Maisanbau und seinen Nachfolger in der Kommission, Dacian Ciolos.

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17.01.2011
Ministerium sieht keine Gesundheitsgefahr

Verbotenes  Antibiotikum in Tierfutter gefunden

In Sachsen-Anhalt ist bei Kontrollen ein verbotenes Antibiotikum in Tierfutter gefunden worden. Bei dem Antibiotikum handelt es sich um Chloramphenicol (CAP), dessen Anwendung bei Nutztieren in der EU bereits seit 1994 untersagt ist, wie das Agrar- und Umweltministerium in Magdeburg mitteilte. Wegen des geringen Gehaltes an Chloramphenicol werde ein Risiko für Menschen ausgeschlossen.

Das niedersächsische Agrarministerium teilte mit, das Medikament sei am 13. Januar bei der Probe einer Vitaminmischung, die von einem niedersächsischen Unternehmer kam, nachgewiesen worden. Diese Mischung habe 32 Mikrogramm pro Kilogramm CAP enthalten. Die Ware stamme von einem chinesischen Hersteller und sei von dem Unternehmen in Niedersachsen ohne eigene Bearbeitung weiter verkauft worden.

Beliefert wurden laut Ministerium je eine Futtermittelfirma in Sachsen-Anhalt und Bayern sowie Unternehmen in Polen, Irland und der Ukraine. Die Empfänger seien informiert und die Waren zurückgerufen worden. (Quelle  Tagesschau.de)





17.01.2011
Dioxin-Streit: Ripke wusste von drohenden Sperren
Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke hat doch früher von einer zu erwartenden Sperrung zusätzlicher Betriebe erfahren. Das hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Montag eingeräumt. Ripke habe zu dem Zeitpunkt am Freitag, als Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) in Oldenburg das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) besuchte, dass ganze Ausmaß noch nicht gekannt, sagte Ministeriumssprecher Gert Hahne in Hannover. Ripke sei nach Aigners Abreise erneut unterrichtet worden und habe die Sperrung von rund 900 Betrieben veranlasst. Aigner hatte dem LAVES vorgeworfen, ihr die neuerliche Ausweitung des Dioxin-Skandals verschwiegen zu haben und personelle Konsequenzen gefordert. << weiterlesen >>



17.01.2011 - Medizin - bild der wissenschaft -

Resistenz gegen die Resistenzen


Forscher finden Ansatzpunkt für eine Impfung gegen den Krankenhauskeim MRSA

Wissenschaftler sind der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Infektionen mit dem berüchtigten Krankenhauskeim Staphylococcus aureus einen Schritt näher gekommen. Sie nutzen dabei eine Schwachstelle des oft gegen alle gängigen Antibiotika resistenten Erregers, der unter anderem lebensgefährliche Knochenentzündungen hervorrufen kann: seine Zellteilung. Die Forscher haben nämlich Antikörper entdeckt, die gezielt ein Schlüsseleiweiß ausschalten, welches das Bakterium für das Abschnüren einer Tochterzelle benötigt. In Laborversuchen an Zellkulturen und auch bereits im Tierversuch an Mäusen konnten sie mit dieser Strategie die Bakterien bereits an ihrer Vermehrung hindern und Infektionen abwehren.

Die Forscher konnten gleich vier unterschiedliche Antikörper identifizieren, die sich gezielt an die Staphylococcus-Version eines Proteins namens Glucosaminidase anheften und es dadurch ausschalten. Von diesem Eiweiß war bereits bekannt, dass es eine wichtige Funktion bei der Zellteilung besitzt. Mikroskopische Untersuchungen von Zellkulturen im Labor zeigten den Wissenschaftlern, wie die Bakterien auf die Zugabe der Antikörper reagieren: Sie können sich durch die Blockade ihres Zellteilungsmechanismus nicht halbieren - und platzen stattdessen.

Bei Mäusen zeigte die Infusion mit den Antikörpern auch bereits einen therapeutischen Erfolg: Wenn sie nach der Behandlung den Erregern ausgesetzt wurden, erkrankten im Vergleich zu Kontrolltieren ohne Schutz durch die Antikörper nur etwa halb so viele. Ein entsprechender Impfstoff würde beim Menschen wahrscheinlich ebenfalls nicht zu hundert Prozent wirksam sein, berichteten die Forscher. "Aber wenn wir das Risiko einer Infektion schon um nur 35 Prozent reduzieren können, wäre das ein enormer Erfolg", sagte Studienleiter Edward Schwarz.

Staphylococcus aureus lebt eigentlich friedlich bei etwa jedem dritten Menschen auf der Haut und den Schleimhäuten. Dringt er allerdings in den Körper ein, kann der Keim speziell bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem lebensbedrohliche Infektionen verursachen. So gehen beispielsweise viele Knochenentzündungen nach Operationen auf sein Konto. Etwa die Hälfte dieser Infektionen wird Stämme verursacht, die Resistenzen gegen viele Antibiotika besitzen und sich deshalb kaum bekämpfen lassen. Diese multiresistenten Erreger haben sich mittlerweile in den Krankenhäusern überall auf der Welt festgesetzt. In den USA kommt es dadurch zu 500.000 Erkrankungen und 19.000 Todesfällen im Jahr, sagten die Forscher.

Edward Schwarz (University of Rochester Medical Center) et al: Beitrag auf dem Jahrestreffen der Orthopaedic Research Society, Long Beach

dapd/wissenschaft.de - Martin Vieweg



24.01.2011, Die Zeit Online

Neu entdecktes Resistenz-Gen macht Antibiotika wirkungslos

In Indien und Pakistan verbreitet sich ein Bakterienstamm, gegen den fast kein Medikament mehr hilft. Jetzt haben die neuen resistenten Keime auch Europa erreicht.

Dass der britische Forscher Alexander Fleming 1928 das erste Antibiotikum entdeckte, war reiner Zufall. Ein Schimmelpilz der Gattung Penicillium hatte eine seiner Petrischalen befallen und überraschender Weise die Bakterien darin verdrängt. Erst 1942 gelang in den USA erstmals die Massenproduktion des Medikaments, das im Zweiten Weltkrieg vielfach zum Einsatz kam.

Eine Zeit lang glaubte man, Bakterieninfektionen damit endgültig besiegt zu haben – doch man hatte die Rechnung ohne die Evolution gemacht. Bakterien vermehren sich schnell und zahlreich, entsprechend rasch können sie Mutationen im Erbgut von Generation zu Generation weitergeben.

Ebenfalls durch Zufall entstanden so Bakterien, gegen die das neue Mittel Penicillin wirkungslos war. Alternative Antibiotika wurden entwickelt – doch es dauerte nicht lange, bis einige Bakterienstämme auch dagegen resistent waren. Schon Alexander Fleming, der 1945 für seine Entdeckung den Nobelpreis bekam, hatte vor einer solchen Entwicklung gewarnt, fand aber wenig Gehör. << weiterlesen >>




Verbrauch an natürlichen Ressourcen soll eingeschränkt werden
26.01.2011, DowJone, Deutschland

BRÜSSEL (Dow Jones)--Die EU kann sich nach Auffassung der Europäischen Kommission ihren Verbrauch an natürlichen Ressourcen nicht länger leisten. Die Ressourceneffizienz soll daher künftig bei politischen Entscheidungen zu Energie, Verkehr, Klimaschutz, Industrie, Landwirtschaft, Fischerei, Biodiversität und regionaler Entwicklung im Mittelpunkt stehen.

Wir können nicht weitermachen wie bisher , sagte Umweltkommissar Janez Potocnik am Mittwoch. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Wasserverbrauch um das Neunfache gestiegen, der CO2-Ausstoß um das 17fache und der Energieverbrauch um das 16fache. Zur Jahresmitte will Potocnik einen Fahrplan für konkrete Vorschläge vorlegen und kann sich dabei durchaus auch Zielvorgaben für die Ressourcennutzung vorstellen.

Die Kommission will zudem die effiziente Nutzung von Rohstoffen, Nahrung oder Wasser in das Europäische Semester integrieren. Mit diesem seit Jahresbeginn neu eingeführte Verfahren soll die Finanzplanung der EU-Staaten kontrolliert werden, um Widersprüche und Ungleichgewichte in der Budgetplanung zu verhindern. Die nationalen Haushalte können fortan erst nach einer Stellungnahme auf EU-Ebene verabschiedet werden.

Potocnik gab zu, dass die nun präsentierte siebte und letzte Leitinitiative im Rahmen der Strategie Europa 2020 keine neuen Aspekte enthalte. Das Wichtigste daran sei aber, dass man sich zur Ressourceneffizienz und zu einem nachhaltigen Wachstum bekenne.

DJG/ang/pio/sch




26. Januar 2011, greenpeace-magazin
 
Umwelt Bundesamt - Chef: Massentierhaltung „falscher Weg“


Der Agrarindustrie weht der Wind kräftig ins Gesicht. Er riecht aber nicht nach frischer Landluft, sondern nach Ammoniak. Der Präsident des Umweltbundesamtes fordert nun eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung, weil sie „Ökosysteme aus den Fugen“ bringe.

Die Kritik an der industriellen Tierhaltung reißt nicht ab. Erst der Dioxinskandal, dann der Appell von schon mehr als 400 Professoren gegen die Massentierhaltung, und am Wochenende die erste Großdemonstration gegen Agrarfabriken. Nun hat der Präsident des Umweltbundesamtes die Abkehr von der Massentierhaltung gefordert – und führt als weiteres Argument dafür den Umweltschutz an.

 

„Dass wir mit immer größerem industriellen Aufwand die Tierproduktion vorantreiben und dadurch die Ökosysteme aus den Fugen bringen, ist ein falscher Weg“, sagte Jochen Flasbarth der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. In Zukunft dürfe daher in diese Form der Tierhaltung nicht mehr investiert werden. Auch andere Anforderungen an die Landwirtschaft sollten nach Auffassung des Chefs der obersten deutschen Umweltbehörde verschärft werden, etwa um die Stickstoffbelastung zu verringern.

 

Die Landwirtschaft habe das von der Bundesregierung gesetzte Ziel, von 1990 bis 2010 den Stickstoffüberschuss pro Hektar und Jahr von 133 auf 80 Kilogramm zu senken, erheblich verfehlt. Erreicht wurden laut Flasbarth rund 100 Kilogramm. „Wir überdüngen unsere Ökosysteme, unsere Böden und Gewässer bis hin zu Nord- und Ostsee. Wir müssen mit dem Dünger runter, sonst wird die Umwelt zu stark belastet“, sagte der UBA-Chef. Auch Klima und Gesundheit seien massiv betroffen. „Ammoniak und Stickstoffdioxid sind Vorläufer vom Feinstaub und schädigen die Atemwege.“ Der Anteil der Landwirtschaft an der Ammoniak-Belastung liege bei rund 95 Prozent.

 

Die neue UBA-Broschüre „Stickstoff – lebensnotwendiger Nährstoff und gefährlicher Schadstoff“ kann man sich hier herunterladen.

 

Spannende Berichte und Reportagen zum Thema Massentierhaltung lesen Sie in unserem Essen Spezial (hier bestellen)– und im nächsten Greenpeace Magazin, das am 18. Februar erscheint.

 

dpa/wh




26.01.2011, NDR .de

Kissen-Schlacht gegen Massen-Tierhaltung


Mehrere Bürgerinitiativen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern haben am Mittwoch in Schwerin gegen die industrielle Tierhaltung protestiert. Mit einer Kissen-Schlacht mit echten Vogelfedern verliehen etwa 80 Demonstranten ihrer Wut auf die Förderung derartiger Betriebe durch das Land spielerisch Ausdruck. Sie ließen sich auch auf Argumente des Landwirtschaftsministers Till Backhaus (SPD) nicht ein, der unter anderem auf die Bioproduktion im Land verwies. Geplante Hähnchenmastanlagen mit bis zu 300.000 Tieren seien ökologisch unsinnig und stünden der regionalen Entwicklung im Weg, so der Bund für Umwelt und Naturschutz.

BUND warnt vor Gülle-, Stickstoff- und Verkehrs-Belastung

Die Vertreter aus zwölf Gemeinden forderten ein Ende bei der Ansiedlung neuer Großanlagen im Land. Nach Angaben der Umweltorganisation BUND sind derzeit Riesen-Ställe für jeweils bis zu 27.000 Mastschweine, 10.000 Sauen oder 400.000 Hähnchen geplant. Mit solchen Anlagen verbunden seien enorme Mengen an Stickstoff, Geruchsbelästigungen, ein großes Gülle-Aufkommen und starker Lieferverkehr. Natur- und Siedlungsräume sowie der regionale Tourismus würden beeinträchtigt, die Gesundheit gefährdet, hieß es.

Backhaus will Größe der Anlagen begrenzen

Backhaus erwiderte, in Mecklenburg-Vorpommern liege der Viehbesatz weit unter dem Bundesdurchschnitt. Lege man die bundesweite Durchschnittsdichte zu Grunde, könnten im Land zwei Millionen Schweine, eine Million Rinder und 3,1 Millionen Legehennen gehalten werden. Backhaus erklärte aber auch, dass er Anlagen mit mehreren 100.000 Mastplätzen ablehne.



28.01.2011, Der Tagesspiegel

Warum essen wir eigentlich Fleisch?

Fleisch ist Liebe, sagen die einen. Fleisch ist Massentierhaltung und Quälerei, sagen die anderen. Über die Deutschen und ihre liebste Lust. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit.

Michael Glamann ist eine Art Gralshüter des guten Fetts. Im bürgerlich durchwachsenen Wilmersdorf brät und serviert der Fleischermeister, 42, Krawatte mit Kuh, in seinem Fachgeschäft die besten Fleischerzeugnisse zum Probieren. Kotelett vom Iberico-Schwein, Rumpsteak vom Pommernrind, Geflügel aus Frankreich. Die Fettkategorie des Fleischs ist für Glamann, das muss man wissen, gleichbedeutend mit der Geschmackskategorie. Der Metzger schließt die Augen und bewegt den Mund wie ein Weinverkoster: „Schmilzt sanft im Gaumen“, sagt der Betriebsleiter der Neuland-Fleischerei Bachhuber und freut sich.

Aber Glamanns Idealvorstellung einer Fettmaserung im deutschen Lieblingslebensmittel ist nicht kompatibel mit dem Massengeschmack.

Fett ist bei den meisten Verbrauchern verpönt. Man begnügt sich mit Schnitzel, Filet oder Steak. Und so lässt sich über den Geschmack von Fleisch trefflich streiten. Dafür herrscht Konsens bei einem ungeschriebenen Verbrauchergesetz: Fleisch muss sein!

Kaum ein Land produziert so viel und so billig Fleisch und Wurst – 1300 Sorten Wurst gibt es zu kaufen. Kaum ein Land verzehrt Fleisch so selbstverständlich, und kaum ein Land lässt sich durch Fleisch- oder Lebensmittelskandale weniger von diesen Gewohnheiten abbringen. In deutschen Verbraucherzentralen lautet die Faustregel: Wenn der Skandal da ist – BSE, Gammel oder Dioxin – herrscht kurzzeitig Verunsicherung, „aber sowie das Thema aus den Medien verschwunden ist, pendelt sich das Konsumverhalten wieder auf das Niveau von vorher ein“, wie ein Verbraucherschützer sagt.

Eine Antwortet auf die Frage, warum das so ist, lautet: Liebe! Und in der Tat gibt es einen, der den Deutschen eine besondere Fleisches-Lust unterstellt. Gunther Hirschfelder hat lange zu dem Thema geforscht und beschreibt die Beziehung der << mehr >>



29.01.2011, NDR.de

Verbrannt, gehäutet, verschnitten

Eigentlich braucht es keinen Dioxin-Skandal - die Kritik an der industriellen Massentierhaltung ist in Deutschland auch so unüberhörbar. Dennoch dürfte dem Deutschen Tierschutzbund diese "Begleitmusik" helfen, um Aufmerksamkeit für seine aktuelle und provokative Kampagne zu erlangen. Ziel der Aktion ist ein grundsätzlich besseres Verständnis für die Kreatur Tier. Erdacht hat die Kampagne die Oldenburger Agentur "Frese & Wolff". Transportiert wird die Aussage der Tierschützer mit Hilfe drastischer Beispiele. Die Themen Ferkelkastration, Pelztierzucht und Brandzeichen bei Pferden werden auf den Menschen projiziert: "Fühl dich wie ein Tier" ist deshalb das Motto der Kampagne, die zur Grünen Woche in Berlin startete. << mehr >>



29.01.2011, OVB Online

"Engmaschiges Kontrollnetz"

Waldkraiburg - Die amtlichen Veterinäre des Landkreises, das interne Qualitätsmanagement und Kontrollen durch externe private und staatliche Prüfer garantieren im Südfleisch-Schlachthof in Waldkraiburg ein hohes Tierschutzniveau.

"Die meisten Menschen wollen Fleisch essen, aber viele wollen nicht wahrhaben, dass man dafür Tiere schlachten muss", sagt der amtliche Tierarzt Franz Hirl. Der Leiter der fleischhygienischen Untersuchungsstelle des Landkreises im Schlachthof kontrolliert mit seinen Kollegen auch die Einhaltung des Tierschutzes, der im Waldkraiburger Betrieb ein hohes Niveau habe...

Das betont das Unternehmen, das zur Vion-Food- Gruppe gehört. Vorwürfe, die bei einer Demonstration von Tierschützern vor dem Schlachthof erhoben wurden (wir berichteten), werden scharf zurückgewiesen.

"Entsetzliche Tierquälerei" in Schlachthöfen hatte ein Demonstrant, der früher unter anderen im Waldkraiburger Schlachthof beschäftigt war, bei der Demonstration angeprangert, von Schweinen gesprochen, die noch lebendig in Brühmaschinen sterben, und Rindern, die am lebendigen Leib aufgeschlitzt würden, wenn der Bolzenschuss nicht funktioniere.

"Die Behauptungen sind in jeder Hinsicht falsch. Wir weisen sie aufs Schärfste zurück", sagt Gunnar Rohwäder, Pressesprecher von Vion Süd. Das Unternehmen behalte sich rechtliche Schritte gegen die "diffamierenden Äußerungen" vor.

Als nicht zutreffend weist auch der amtliche Tierarzt Dr. Franz Hirl, Leiter der fleischhygienischen Untersuchungsstelle im Schlachthof, die Vorwürfe zurück, die bei der Demo laut wurden. Bei einem Pressetermin informierte er zusammen mit Amtstierarzt Dr. Johann Maier, Leitender Veterinärdirektor am Veterinäramt im Landratsamt, über Tierschutz im Schlachthof und die Arbeit der amtlichen Tierärzte.

Mit fünf Kollegen und 24 Fleischkontrolleuren, die alle beim Landkreis angestellt sind, ist Hirl nicht nur für die Gewährleistung der Fleischhygiene zuständig. Diese Untersuchungsstelle hat ebenso zu überwachen, dass die Belange des Tierschutzes erfüllt werden. << mehr >>



29.01.2011, shz.de

Erzbischof Werner Thissen

"Das nimmt einem die Luft weg"

29. Januar 2011 | 18:07 Uhr | Von Stephan Richter/Michael Stitz, Schleswig-Holstein am Sonntag

Priestermangel, Kirchenaustritte, Missbrauch-Skandale: Die Probleme der katholischen Kirche scheinen zu wachsen. Bei einem Redaktionsbesuch nahm Erzbischof Dr. Werner Thissen Stellung.

Werner Thissen ist ein sympathischer Herr, der gern lacht und dessen Begeisterung für Fußball genauso bekannt ist wie seine poetischen Ambitionen. Er schreibt gern Gedichte. Kaum ist er durch die Tür, wirkt die Situation ungezwungen. Wir haben nur ein Problem: Wir würden gerne wissen, wie man Sie korrekt anspricht?

Da erlebe ich immer schöne Geschichten. Wenn mir jemand etwas besonders Gutes tun will, dann sagt er zu mir Eminenz. Das ist aber falsch, denn das ist die Anrede für die Kardinäle, während Exzellenz für Bischöfe und Erzbischöfe richtig ist. Es sagen viele Herr Erzbischof und andere Herr Thissen. << mehr >>




31.01.2011, Linksnet.de

Monsanto, wie geht´s ?

Ein Gentech-Konzern auf dem absteigenden Ast

Birgit Peuker in GID - Der Gen-ethische Informationsdienst
Man soll Erfolg nicht beschreien: Das US-Magazin Forbes hat im Dezember 2009 den Gentechnik-Konzern Monsanto zum Unternehmen des Jahres gewählt. Doch im Moment befindet sich der Gentech-Konzern eher auf einem absteigenden Ast.

Von Birgit Peuker

2010 war kein gutes Jahr für Monsanto. Es lief so schlecht, dass in den USA nun Analysten, Anleger und Landwirte, die bislang ohne Wenn und Aber auf Seiten des Unternehmens standen, damit beginnen, kritische Fragen zu stellen - und das aus mehreren Gründen. Da sind zum einen die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres, das für Monsanto stets am 30. August endet. Diesen Zahlen zufolge musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang des Jahresumsatzes um zehn Prozent hinnehmen. Der Nettogewinn ging im gleichen Zeitraum um fast die Hälfte zurück.(1) Nachdem der Wert der Monsanto-Aktien bis Mitte 2008 beständig gestiegen war und im Juli 2008 mit etwas über 90 Euro einen Kurshöchststand erreicht hatte, ist dieser in den letzten beiden Jahren eingebrochen und hat mit knapp 35 Euro pro Aktie im Oktober 2010 seinen vorläufigen Tiefststand gefunden.(2)
Allerdings wird sich die Freude über diese Nachrichten für Gentechnikkritiker in Grenzen halten müssen: Die Umsatzverluste sind nicht die Folge eines Rückgangs beim Verkauf von gentechnisch verändertem Saatgut. In dem Segment Saatgut und Genom-Technik (Seeds and Genomics), das nach Angaben des Unternehmens mittlerweile 70 Prozent des Gesamtumsa << mehr >>




31.01.2011, Nordschleswiger.dk /Kopenhagen - 24. Januar 2011 - von ritzau/dm

Das dänische Trinkwasser wird immer gesundheitsschädlicher: neue Untersuchungen haben noch mehr Pflanzengifte als bisher im dänischen Grundwasser festgestellt, vor allem das gefährliche Roundup.
Der Roundup-Hersteller hatte stets erklärt, das Mittel würde niemals im dänischen Grundwasser landen, aber laut Jyllands-Posten ist das inzwischen leider der Fall.
Direktor Carl-Emil Larsen vom Verein der dänischen Wasserwerke Danva, befürchtet, dass es sogar notwendig sein wird, das gesamte Trinkwasser in Dänemark neu zu reinigen. "Wir können künftig kein sauberes Trinkwasser anbieten, wenn wir nichts gegen den zunehmenden Verbrauchen an Giftmitteln unternehmen", sagte Carl-Emil Larsen.
2008 wurden bei 40 Prozent der Grundwasserproben Giftreste festgestellt, in elf Prozent der Fällen wurden die Grenzwerte überschritten.
Ein aktueller Rapport mit geologischen Untersuchungen (GEUS) hat ermittelt, dass Reste von Roundup 2009 bei den Grundwasserproben sogar das Neunfache des Grenzwertes übertroffen haben.
Milieuministerin Karen Ellemann (V) erkennt die zunehmenden Probleme beim Trinkwasser. Die Liste mit Giften, die künftig kontrolliert werden, soll deshalb nun von 23 auf 32 erhöht werden.
Neu auf der Giftliste der Behörden steht Glyphosfat, Aktivstoff im Roundup.



27.01.2011, ARD Monitor

Bald noch mehr Gift im Essen?
Aigners toxischer Gesetzentwurf


Bislang war Deutschland im Umgang mit Pestiziden eher streng – der angeblich verbraucherschützenden Ministerin Ilse Aigner offenbar zu streng. Das zumindest legt ein Gesetzentwurf aus Aigners Ministerium nahe, der MONITOR exklusiv vorliegt. Umweltschützer warnen vor einer "Katastrophe". Sie befürchten, dass künftig ausgehend von den EU-Nachbarstaaten eine Giftwelle nach Deutschland schwappt. Denn laut Gesetzentwurf soll das Umweltbundesamt sein Vetorecht bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln verlieren, wenn das entsprechende Präparat schon eine Zulassung in einem anderen EU-Land hat. Das UBA hatte in der Vergangenheit für Deutschland mehrfach die Zulassung von besonders problematischen Pestiziden verhindert, auch gegen den Willen des Landwirtschaftsministeriums. Umwelt- und Verbraucherschützer werfen Ministerin Aigner daher vor, gegenüber der Chemie- und Agrarlobby einzuknicken.
Ab Freitagnachmittag kann der gesamte Beitrag [zum Beitrag] hier gelesen werden.


Meine Landwirtschaft
unsere Wahl - unsere Zukunft


26.01.2011, Vorstellung einer Kampagne

Mit der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ wollen Organisation aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft gemeinsam Fragen stellen und Lösungen suchen:
Auf Bauernhöfen, in Gemeinden in Stadt und Land und im Internet. Sie suchen den Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus und  wollen nachhaltige Perspektiven entwickeln, Zusammenhänge begreifen und unsere Lebensmittel und Landschaften genießen. Weiter wie bisher ist keine Option.

"Meine Landwirtschaft - unsere Wahl" wird von Organisationen und Initiativen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen getragen, die sich mit Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt, Naturschutz, Tierschutz, Verbraucherschutz, Gesundheit, regionaler und internationaler Entwicklung befassen. Die zwanzig Initiatoren wollen die öffentliche Debatte anregen und daraus Forderungen entwickeln, die sie gemeinsam durchsetzen.


Die europäische Agrarpolitik sollten wir deshalb nicht Lobbyisten überlassen. Sie ist eine Herausforderung für alle Steuerzahler, Verbraucherinnen und Wähler.  Dabei geht es nicht nur um Subventionen, sondern auch um Klimaschutz und Artenvielfalt, Wasser- und Bodenqualität, regionale Entwicklung und Tierschutz, um die Wahl künftiger Technologien und nicht zuletzt um die Qualität unseres Essens und unsere Gesundheit. Es geht um die Bekämpfung des Welthungers und um globale Gerechtigkeit. << weitere Informationen >>




Wie grün soll die Landwirtschaft sein?
23.01.2011, NDR Info
Kleine Lämmer springen vor den Messebesuchern umher, rosa Schweine liegen faul im Stroh und braun gefleckte Kühe kauen friedlich ihr Futter - Bauernhof-Idylle während der „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin. Hier werben zurzeit etwa 1.600 Aussteller aus dem In- und Ausland für ihre landwirtschaftlichen Produkte – unter ihnen mehr als 200 aus Norddeutschland.

Doch Umweltschützer kritisierten während der Messe, hier werde ein falsches Bild der Landwirtschaft vermittelt. Die Wirklichkeit sei eine andere, so der Vorsitzende des Umweltschutzverbandes BUND, Hubert Weiger. Er beklagte eine zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft.

Agrarreform soll Umweltschutz verbessern

Um die Landwirtschaft grüner zu gestalten, hatte der zuständige EU-Kommissar, Dacian Ciolos, Ende vergangenen Jahres erste Reformpläne für die Zeit nach 2013 vorgestellt. Er will die sogenannten Direktzahlungen an Umweltschutzmaßnahmen knüpfen, die Subventionen für Großbetriebe deckeln und osteuropäische Landwirte stärker als bisher finanziell unterstützen.

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19.01.2011Region Hannover
Anhörungstermin zur Mastanlage in Groß-Munzel muss von Region verschoben werden

In Groß-Munzel ist die Errichtung und der Betrieb von zwei Hähnchenmastställen im Außenbereich der Stadt Barsinghausen geplant. Der dafür im förmlichen Genehmigungsverfahren durch die Region Hannover vorgesehene Erörterungstermin findet nicht, wie vorgesehen, am 26. und 27.01.2011, statt. Er wird einer Pressemeldung der Region zu Folge auf  Mittwoch, 9. März 2011 verschoben.
Dieser Schritt der Region ist  in Kenntnis der überaus umfangreichen und komplexen Einwendungen, die gegen den agroindustriellen Maststall unter anderem auch von proM.U.T. Mitgliedern erhoben wurden, sehr verständlich. Gleichzeitig zeigt  die Region unserer Meinung nach damit die Absicht , sich intensiv mit den Einwendungen zu befassen und die Argumente der Gegner des Vorhabens ernstzunehmen. In den Einwendungen sind eine Vielzahl von Fakten enthalten, die eine Ablehnung des Bauvorhabens aus Sicht von proM.U.T. notwendig und wahrscheinlich machen.

Die vollständige Pressemeldung der Region Hannover finden Sie hier.